Fotos → und das liebe Geld

Da sind wir also. Von unserem Ersparten haben wir uns eine professionelle Spiegelreflex-Kamera gekauft...ähm, nein: das ist nicht der gleiche Thread wie ein Stückchen weiter unten. Hier geht es auch nicht um das perfekte Foto, sondern um Kohle. Also Geld, Money, Moneten, Knete - Ihr wißt schon. Aber was hat das mit der Fotografie zu tun? Für viele Fotografen offenbar ziemlich viel...

Wie Ihr vielleicht schon gemerkt habt, bin ich mit meinem Bildern derzeit bei Flickr zu finden. Einem Portal für Fotografen. Damit unterscheidet sich diese Seite von ihren meines erachtens überbewerteten Konkurrenten ála Insta. Wer sich der Fotografie verschrieben hat, und seine Bilder mit unter kunstvoll, und aufwendig erschaffen hat, möchte diese verständlicherweise von einer Klientel begutachten lassen, die den gleichen Anspruch an Fotografie hat, wie man selbst. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist fotografieren nämlich etwas anderes, als das Bild seines Mittagessens auf Facebook zu posten. Es bedarf einer passenden Ausstattung, und dem Know-How, wie man diese einsetzt (...sorry dafür - es ist nicht so überheblich gemeint, wie es sich vielleicht liest).

Als ich vor drei Jahren das Fotografieren wieder entdeckte, war ich, so wie die meisten Hobbyfotografen, auf der Suche nach einer virtuellen Garage für meine Bilder. Ich habe mir verschiede Anbieter angesehen, und die Für´s und Wider´s verglichen. Mein Resumee: Grundsätzlich haben Fotografen die Wahl zwischen drei Portalen.

Die Hauptsächlichen Kritikpunkte der User bei allen Fotosharingdiensten haben zu tun mit...

  • Werbung
  • Spam
  • Bots
  • den Kosten
  • das ungefragte Löschen von privaten Content
Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen. Warum? Wie bei allen anderen Dienstleitungen auch, lassen sich meist nur unzufriedene Kunden öffentlich über ihren Provider aus, während die zufriedene Masse sich still verhält - altes Internet-Gesetz.  

Warum ich mich für Flickr entschieden habe? Ein großer Vorteil ist, daß man als neuer User dort die Funktionen nutzen kann, ohne etwas bezahlen zu müssen. Dabei kann man bis zu 1000 Fotos hochladen. Man darf jedoch nicht blauäugig sein. Die Betreiber aus den Vereinigten Staaten wollen natürlich Geld mit ihrer Seite verdienen, was über ein kostenpflichtiges Abo realisiert wird. Im günstigsten Fall sind stolze 148 Euronen für zwei Jahre zu entrichten. Ein Betrag, den ich persönlich jedoch als zu hoch einstufe, und deswegen davon vorerst Abstand genommen habe.

Ähnlich verhält es sich mit dem zweiten Platzhirsch, der Fotocommutiy. Die aus Deutschistan stammende Seite verspricht zwar mehr zwischenmenschlichen Austausch, Workshops und Lehrgänge, ist in der kostenfreien Version jedoch von der Nutzung her eingeschränkt. Ein Bezahl-Abo ist jedoch auch hier nicht so günstig, daß es für mich in Frage käme. Vor allem, da ich die weiteren Angebote dieser Seite aus Zeitgründen vermutlich nicht nutzen würde, und die Seite "nur" zum parken, und veröffentlichen meiner Fotos nutze.

Als letzte Option bietet sich 500px an, die mit einem Jahresbeitrag von 59 USD, also umgerechnet unter 50 Euronen die günstigste Variante sind. Die Funktionen ähneln denen bei Flickr. Jedoch scheinen sich auf der Seite erheblich mehr Bots herumzutreiben, und in der kostenlosen Version wird man mit viel Werbung zugeschüttet. Dennoch scheint diese Seite aus China für mich bisher die kostengünstigste Option zu sein, seine Bilder zu parken, auch, wenn sich das Portal von einer Community für Fotografen zu einer Bildagentur verwandelt hat.

Soviel zu den Anbietern.

Eine Sache stört mich generell bei allen Angeboten im Netz. Dass hat mehr mit den Usern, als mit den Anbietern der Seiten zu tun. Es geht um den scheinbar unausweichlichen Drang danach, mit seinem Hobby sein reguläres Einkommen aufzubessern. Ob dabei die Seitenbetreiber dieses Phänomen aufgegriffen, oder ausgelöst haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Dennoch finde ich es äußerst schade, daß es sich so entwickelt hat.
Für Berufsfotografen, die mit ihrem Können ihren Lebensunterhalt finanzieren müssen, ist das eine tolle Sache. Warum jedoch Hobbyfotografen, die, wie der Name schon sagt, die Fotografie als Hobby, also zu Ihrer eigenen Freude betreiben, auch Profit aus ihrer Leidenschaft machen müssen, finde ich merkwürdig - und schade. Dieses Gebaren kann ich nicht nachvollziehen. Und ehrlich gesagt finde ich auch, daß es diesem wundervollen Hobby seinen Zauber raubt.

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